Bautzener Gefängnisse

Benno Prieß

Politischer Häftling von 1946 bis 1954

Benno Prieß wird im Mai 1946 in seinem Heimatort Bützow unter dem Vorwurf der Werwolftätigkeit vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet. Nach seiner Verurteilung durch ein sowjetisches Militärtribunal wegen „illegaler Gruppentätigkeit“ zu 10 Jahren Zwangsarbeit beginnt für ihn eine mehrjährige Odyssee, bei der er in insgesamt acht Lagern bzw. Gefängnissen inhaftiert ist.

Benno Prieß, geboren 1928 in Bützow bei Rostock, kommt 1944 zum Reichsarbeitsdienst, bevor er noch in den letzten Kriegsmonaten zur Wehrmacht eingezogen wird. Er gerät für kurze Zeit in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er jedoch fliehen kann und nach Bützow zurückkehrt. Nach seiner Verhaftung und Verurteilung 1946 wird er zuerst in das Speziallager Torgau, später nach Bautzen eingewiesen. Von hier soll er eigentlich im Februar 1947 zur Zwangsarbeit in ein sibirisches Arbeitslager geschickt werden. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wird er aber an der polnisch-sowjetischen Grenze in Brest-Litowsk wieder zurück nach Bautzen geschickt. Wie er werden zehntausende Speziallagerhäftlinge innerhalb der SBZ mehrmals in andere Lager verlegt. Weitere Haftstationen bis zu seiner Entlassung 1954 sind Sachsenhausen, Torgau und Waldheim.

Unmittelbar nach seiner Entlassung flieht er im März 1954 in die Bundesrepublik Deutschland. Er arbeitet beim Bundesgrenzschutz und wird später Berufssoldat bei der Bundeswehr bis zu seinem Ruhestand 1981. 1994 erfolgt seine Rehabilitierung durch die russische Militärstaatsanwaltschaft.