Bautzener Gefängnisse

Horst Linowski

Politischer Häftling von 1953 bis 1960

Horst Linowski wird im Juni 1953 in Magdeburg wegen seiner Teilnahme am Volksaufstand am 17. Juni verhaftet und von einem sowjetischen Militärtribunal wegen »Teilnahme am bewaffnetem Aufstand« zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Linowski, geboren 1933 in Ostpreußen, arbeitet seit 1951 als Kranführer in Magdeburg. Am Abend des 17. Juni zerreißt er auf der Straße ein Flugblatt mit dem Befehl über die Verhängung des Ausnahmezustandes in Magdeburg. Von einem sowjetischen Soldaten, der ihn beobachtet, wird er verhaftet. Nach seiner Festnahme und Verurteilung erfolgt im August 1953 seine Einweisung gemeinsam mit anderen Verurteilten des 17. Juni nach Bautzen. Die neuen Häftlinge werden als besonders gefährlich eingestuft und isoliert von den übrigen Insassen untergebracht. Sie werden »Xer« genannt, weil sie mit einem »X« auf dem Rücken gekennzeichnet sind. Linowski gehört mit zu den letzten SMT-Verurteilten, die aus Bautzen entlassen werden. Erst im November 1960 gelangt er wieder in die Freiheit.

Er kehrt nach Magdeburg zurück und arbeitet als Feinmechaniker in einem Privatbetrieb. Nach der Friedlichen Revolution 1989 engagiert er sich im Bund der Stalinistisch Verfolgten (BSV). Horst Linowski stirbt am 1. Oktober 2003 in Magdeburg.
Horst Linowski
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