Bautzener Gefängnisse

Benno von Heynitz

Politischer Häftling August 1947 bis Mai 1956

Benno von Heynitz wird wegen seiner aktiven Widerstandstätigkeit gegen die zunehmende Stalinisierung der SBZ im August 1947verhaftet und vom sowjetischen Militärtribunal in Dresden im November 1947 wegen »antisowjetischer Propaganda« und »Bildung einer illegalen politischen Organisation« zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Von Heynitz, geboren 1924 in Dresden, wird bereits frühzeitig ein Gegner des nationalsozialistischen Regimes. Sein älterer Bruder Wichard wird als Behinderter seit 1937 in Heimen untergebracht und 1941 in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet. Kurz nach Kriegsende tritt von Heynitz im Juli 1945 der Liberaldemokratischen Partei der SBZ bei. Er absolviert einen Neulehrerkurs und arbeitet anschließend als Lehrer in Bautzen. Nach seiner Festnahme und Verurteilung durch das SMT erfolgt im November 1947 seine Einweisung in das Speziallager Bautzen. Weitere Haftstationen bis zu seiner Entlassung im Mai 1956 sind die Haftanstalten Brandenburg-Görden, Berlin-Hohenschönhausen und Luckau.

Unmittelbar nach der Entlassung übersiedelt er in die Bundesrepublik. Nach einem Jura-Studium arbeitet er bis zu seinem Ruhestand 1986 als Ministerialbeamter.

Nach der Friedlichen Revolution in der DDR 1989 initiiert Benno von Heynitz die Gründung eines Opferverbandes. Zum 40. Jahrestag des Häftlingsaufstandes am 31. März 1990 gründet sich das Bautzen-Komitee, ein Verein zur Mitwirkung bei der Aufklärung und Aufarbeitung der Verbrechen kommunistischer Gewaltherrschaft in den Bautzener Gefängnissen. Benno von Heynitz ist das erste eingeschriebene Mitglied, bis 1995 Vorsitzender und danach Ehrenvorsitzender des Vereins. Die Suche nach den Massengräbern auf dem Karnickelberg, die Anlage einer würdigen Gräberstätte und die Errichtung einer Gedenkkapelle zur Ehrung der Opfer zählen ebenso zu den Verdiensten des Bautzen-Komitees wie die Mitwirkung bei der Einrichtung der Gedenkstätte Bautzen. Benno von Heynitz stirbt am 29. Oktober 2010 in Weilburg.
Benno von Heynitz
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