Bautzener Gefängnisse

Manfred Matthies
Politischer Gefangener in Bautzen II von 1972 bis 1976

Manfred Matthies engagiert sich aus Idealismus als Fluchthelfer. 1972 wird er während einer Fluchthilfeaktion von der Staatssicherheit festgenommen.

Matthies, geboren 1941 in Magdeburg, flieht 1959 nach West-Berlin. Nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 bildet er mit anderen Studenten eine Fluchthelfergruppe. Sie fälschen Passierscheine und Ausweise, unterstützen Tunnelbauaktionen und fahren in Autos versteckte Flüchtlinge von Ost- nach West-Berlin. Bis zu ihrer Auflösung 1966 verhilft die Gruppe über 80 DDR-Bürgern zur Flucht. Matthies setzt seine Aktivitäten individuell fort und unterstützt fluchtwillige DDR-Bürger. 1972 wird er bei einer dieser Aktionen festgenommen. Die Frau, die er in einem umgebauten Wagen in den Westen bringen will, steht bereits unter Beobachtung der Staatssicherheit.

Das Stadtgericht Berlin verurteilt ihn im August 1973 wegen „staatsfeindlichen Menschenhandels“, „Spionage“ und „Terror“ zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren. Im September 1973 wird er nach Bautzen II überstellt. Die Bundesrepublik kauft ihn im März 1976 frei. 2005 hebt das Landgericht Berlin das Urteil von 1973 auf.

Manfred Matthies lebt heute in Berlin und arbeitet als Architekt.

Manfred Matties
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