Bautzener Gefängnisse

Gerhard Last

Politischer Gefangener in Bautzen II von 1967 bis 1969.

Gerd Last wird im Januar 1967 zusammen mit 14 Besatzungsmitgliedern eines U-Boot-Jagdschiffs der DDR-Volksmarine festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, gemeinschaftlich die Flucht in den Westen geplant zu haben.

Last, geboren 1944 auf Rügen, absolviert in Stralsund eine Lehre als Schiffsmaschinenbauer. Zur Ableistung seines Wehrdienstes wird er 1965 zur Marine einberufen. Unzufrieden mit den schlechten Lebensbedingungen und enttäuscht vom politischen System in der DDR, beschließen einige der Matrosen ihre Flucht in den Westen. Durch Verrat eines Besatzungsmitglieds erhält die Stasi Kenntnis von dem Vorhaben. Obwohl Last bereits Monate zuvor von dem Fluchtvorhaben Abstand genommen hat, wird auch er während eines Landurlaubs in Halberstadt festgenommen.

Der in Rostock im April 1967 durchgeführte Gruppenprozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Last wird vom Militärobergericht Neubrandenburg wegen „versuchter Fahnenflucht mit Gewaltanwendung“ zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Einem Teil der Angeklagten wird zudem „Spionage“ und „Nichtanzeigen einer geplanten Fahnenflucht“ vorgeworfen. Sie erhalten Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb und 15 Jahren.

Zur Verbüßung der Haft werden Last und seine Kameraden nach Bautzen II eingewiesen. Die Gruppe wird streng von den anderen Gefangenen isoliert. Im Mai 1969 wird Last ein Drittel seiner Strafe erlassen. Er erhält eine dreijährige Bewährungsfrist. Erst 1972 kommen auch die letzten Inhaftierten der Gruppe wieder frei. Alle werden ausschließlich in die DDR entlassen. 1994 wird das Urteil vom Landgericht Neubrandenburg aufgehoben.

Gerd Last lebt heute in Prerow und arbeitet als Angestellter im öffentlichen Dienst.

Gerhard Last
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