Bautzener Gefängnisse

Am östlichen Stadtrand von Bautzen wurde 1904 die damals königlich-sächsische Landesstrafanstalt eingeweiht. Während der nationalsozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945 wurden in Bautzen I auch politische Gegner des NS-Regimes inhaftiert. Nach Kriegsende richtete die sowjetische Besatzungsmacht hier eines von zehn Speziallagern ein. 1950 wurde Bautzen I an die deutsche Polizei übergeben, ein Großteil der Häftlinge verblieb jedoch bis 1956 in der Strafanstalt. In den kommenden Jahrzehnten wurden im „Gelben Elend“ vor allem kriminelle Straftäter inhaftiert. Es entsprach jedoch der Praxis im DDR-Strafvollzug, unter diese auch politische Gefangene zu mischen. Während der Friedlichen Revolution spielte Bautzen I Anfang Oktober 1989 als Gewahrsam für festgenommene Demonstranten aus Dresden eine wichtige Rolle. Eine infolge eines landesweiten Häftlingsaufstandes, an dem sich auch die Insassen von Bautzen I beteiligten, Anfang Dezember 1989 erlassene Amnestie markierte das Ende der politischer Haft im „Gelben Elend“. Seit Gründung des Freistaates Sachsen 1990 wird Bautzen I als Justizvollzugsanstalt Bautzen genutzt.
Zellentrakt im Bautzen I
©Jürgen Matschie / Gedenkstätte Bautzen
Landesstrafanstalt Bautzen, um 1910 (Postkarte)
©Sächsisches Hauptstaatsarchiv